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Netzhautchirurgie

Epiretinale Membran

Das englische Wort „pucker“ heißt im Deutschen „Fältelung“. Bei der mikroskopischen Untersuchung des Auges z.B. mit der optischen Kohärenztomografie (OCT) läßt sich eine Oberflächenfältelung der Makula darstellen. Ursache dieser Fältelung ist eine dünne cellophanartige Membran, die die Innenseite der Makula überwächst und aufgrund seiner kontraktilen Eigenschaften zu einer Fältelung der sonst glatten Netzhautinnenseite an der Stelle des schärfsten Sehens, nämlich an der Makula führt. Andere Bezeichnungen für das selbe Krankheitsbild sind u.a. epimakuläre Gliose oder Makulamembran.

Diese Membranen können chirurgisch von der Netzhautoberfläche entfernt werden. Dabei wird unter Mikroskopsicht und mit sehr feinen Instrumenten diese Schicht von der Netzhaut abgezogen. Die darunter liegende Netzhaut kann sich dann, oftmals über einen längeren Zeitraum, wieder regenerieren. Die Verbesserung kann eine Zeit von über einem Jahr, manchmal sogar länger, beanspruchen. 

Makulaloch

Siehe J. Sebag, Vitreous in health and disease, Kap. III: Anomalous Posterior Vitreous Detachment & Vitreoschisis – J. Sebag, M. Niemeyer, M.J. Koss

Foramen ist der medizinische Ausdruck für ein Loch. Tritt ein Loch an der Stelle des schärfsten Sehens auf, bedeutet dies eine starke Einschränkung der zentralen Sehschärfe. Mit dem OCT kann diese Öffnung der Sehgrube exakt dargestellt und in ihrer Ausdehnung genau vermessen werden. Diese genaue Darstellung stellt die Grundlage zur Entscheidung dar, ob eine chirurgische Therapie infrage kommt. Bei chirurgischem Vorgehen wird eine Anheftung des Glaskörpers entfernt und in den meisten Fällen auch eine auf der Makula liegende Membran abgezogen. Die Füllung des Glaskörperraums durch Gas und eine Lagerung für einige Tage nach der Operation sind notwendig, um die Voraussetzung für einen Verschluss des Makulaloches zu schaffen. (hierzu hielt Prof. Heidenkummer einen Vortrag an der Jahresfortbildung der Augenklinik Herzog Carl Theodor im Schloss Nymphenburg im Januar 2017)

Netzhautablösung

Sollten bei Ihnen Symptome wie Lichtblitze, Schlieren, Rußregen, Schatten oder ähnliches auftreten, suchen Sie schnellstmöglich einen Augenarzt auf, um auszuschließen, dass sich bei Ihnen ein Netzhautriss gebildet hat.

Netzhautrisse oder kleinere Netzhautlöcher können Ausgangspunkte für eine Netzhautablösung werden.

Behandlung von Netzhautrissen

Um bei Netzhautlöchern ein weiteres Fortschreiten bis hin zur Netzhautablösung zu vermeiden, werden diese Netzhautveränderungen mit einem Laser oder mit Kälte behandelt, um durch Narbenbildung diese Schwachstellen zu verfestigen.

Diese Behandlungen sind kurzfristig durchzuführen. Meist kann dadurch ein größerer chirurgischer Eingriff vermieden werden.

Netzhautablösung 

Hat sich bereits eine Netzhautablösung gebildet, kann nur durch einen chirurgischen Eingriff (Plombenoperation, pneumatische Retinopexie, Vitrektomie), diese kritische Situation angegangen werden. Der Zeitpunkt und die Wahl des Eingriffs hängen von der individuellen Situation ab. Die Operation wird meist innerhalb weniger Tage durchgeführt.

Eine sorgfältige Operationsvorbereitung ist jedoch wichtiger als ein überstürztes chirurgisches Vorgehen.

Oft kann eine bestimmte Lagerung des Patienten vor einer Operation die anatomische Situation verbessern.

Da trotz Operation der Heilungsverlauf bei einer Netzhautablösung auch kompliziert werden kann, ist es umso wichtiger bei Symptomen, die auf eine Netzhautschädigung hinweisen können, kurzfristig einen Augenarzt aufzusuchen.

Ca. 80 – 90% der Netzhautablösungen können mit einer einzigen Operation behandelt werden. Bei einem Teil  der Patienten sind jedoch Folgeeingriffe notwendig, um die Netzhaut zu stabilisieren.

Symptome, die auf eine Netzhautablösung hinweisen können:

An der Stelle, an der sich die Netzhaut ablöst, wird ein Ausfall im Gesichtsfeld bemerkt. Erst, wenn die Netzhaut wieder anliegt, kann sie ihre Funktion wieder aufnehmen.

Der Ausfall der Netzhaut kann sich durch einen dunklen Schatten bemerkbar machen. Dieser Schatten tritt  am Rande des Gesichtsfeldes auf und kann mit der Zeit größer werden. Letztlich würde der Betroffene nichts mehr sehen, wenn sich die gesamte Netzhaut ablösen sollte.

Der Gesichtsfeldausfall liegt immer gegenüber der Seite der Netzhautablösung. So bedeutet ein Schatten von oben, dass sich die Netzhaut von unten her ablöst oder ein Schatten von links, dass sich die Netzhaut auf der rechten Seite im Auge ablöst usw. Am häufigsten löst sich die Netzhaut von außen oben ab, sodass in diesen Fällen der Schatten von innen unten nach oben steigt.

Die Geschwindigkeit der Netzhautablösung kann sehr unerschiedlich sein. Manchmal kann der Verlauf für den Patienten so dramatisch sein, dass innerhalb von Stunden das Sehen an dem betroffenen Auge ausfällt.

Glücklicherweise wird das Gewebe der Netzhaut durch ihr eigenes Gefäßsystem versorgt, sodass das Gewebe weiterhin intakt bleibt. Wenn die Netzhaut wieder Kontakt mit der darunterliegenden Pigmentschicht des Auges erhält, nimmt sie ihre eigentliche Funktion wieder auf.

Schmerzen gehören nicht zu den Merkmalen von Netzhautablösungen, da die Netzhaut keine Schmerzrezeptoren besitzt.

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Makulaödem

Einer Schwellung der Makula (=Makulaödem) können verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Am häufigsten kommen Makulaödeme vor bei Diabetes, Gefäßverschlüssen (z.B. Verschlüsse eines Venenastes der Netzhaut oder der Zentralvene der Netzhaut), chronischen Entzündungen (z.B. chronische Uveitis), manchmal nach operativen Eingriffen z.B. bei grauem Star, Netzhautoperationen, nach Operationen des grünen Stars.

Therapeutisch werden entzündungshemmende Medikamente eingesetzt als Augentropfen, als Injektionen neben dem Auge, aber auch als Injektionen in den Glaskörperraum. Die häufigsten Medikamentengruppen sind sog. nichtsteroidale Entzündungshemmer, entwässernde Medikamente (z.B. Diamox), Cortisonpräparate und sog. Anti-VEGF-Medikamente (Lucentis, Avastin).

Makulaödeme nach Operationen können durch die Behandlung meist wieder vollständig verschwinden. Makulaödeme auf dem Boden von Durchblutungsstörungen können durchaus mehrfach wieder auftreten und erfordern dann immer wieder eine neue Behandlung.

Zur Diagnose wird meist das optische Kohärenztomogramm (=OCT) eingesetzt und erspart so häufig die Durchführung einer Fluoreszenzangiografie.

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